Northcliffe - Windy Harbour - Walpole-Nornalup - Porongurup Nationalpark

Es geht wieder Richtung Meer. Northcliffe ist ein Kaff und eigentlich nichts spezielles. Wäre da nicht der Roundtu-it Caravan Park, welcher sich mitten im Wald befindet. Das Besitzerpaar kümmert sich um Känguruh-Babys dessen Mütter von Autos getötet wurden (die Babys überleben oftmals die Unfälle sterben natürlich aber auch, da sie keine Nahrung mehr erhalten und die Körperwärme der Mutter fehlt, sie aber den Beutel nicht verlassen). Inzwischen haben diese grossgezogenen Babys selber Kleine und so hüpfen den ganzen Tag durch ca. 30 Roos (Kurzform in Australien für Kangaroo) durch den Park. Viele von ihnen haben ihre Scheu gegenüber Menschen verloren, was es einem ermöglicht sie aus nächster Nähe (zum berühren nah) anzuschauen. Einfach keine hektischen Bewegungen, sonst kommt Bewegung in die Sippe. Und dann heisst es aufpassen, die Roos hüpfen verdammt schnell und haarscharf an einem vorbei. War ein super Erlebnis und ich habe mehrere Stunden in ihrer Nähe verbracht (vorteilhafterweise war ich ab dem 2. Tag alleine auf dem Campingplatz und somit keine Goofen oder hysterisch „Oh, they're so cute" kreischenden Frauen welche die Roos wohl in die Flucht geschlagen hätten) Okay, dass mich eines der Viecher von hinten angefurzt hat find ich auch erst im Nachhinein lustig. Nebst Känguruhs hat es noch Alpakas, Papageien, Kookaburras, durchgeknallte Magpies (Elstern) und zig anderes Vogelgetier.

Walpole-Nornalup ist in Australien deshalb ein Begriff, da sich dort in der Nähe das Valley of the Giants und der Tree Top Walk befinden. Insbesondere Letzterer ist eine der Hauptattraktionen im südlichen Westaustralien. Eine Brücke die durch die Wipfel der riesigen Eukalyptusbäume hindurchgeht. Da ich Höhenangst habe, war dies eine ziemliche Herausforderung für mich, denn: diese Brücke steigt stetig an bis zu einer Höhe von 40 Metern, alles ist aus Gitter, heisst ich sah hindurch auf den Boden, und die Brücke ist so konstruiert dass sie sich bewegt damit man das Feeling der sich im Wind wogenden Baumwipfel hat. Damit hätte ich wohl leben können aber als ich nahe dem höchsten Punkt war, fing es an zu regnen und winden. Danke! Mit Knien aus Gummi und mich ärgernd dass ich kein schriftliches Testament hinterlassen würde bin ich die zweite Hälfte runter gerannt. Ich wollte einfach nur sicheren Erdboden unter meinen Füssen. Kaum unten, stoppte der Regen, kein Wind mehr und blauer Himmel. Nach einigen Minuten Erholung und selbst gut zureden entschloss ich mich nochmals rauf zugehen, den ich wollte nicht ohne Fotos von dort weg. Gedacht, noch mehr Mut zugesprochen, getan und doch noch meine Fotos geknipst.

Am selben Tag ging es dann via Denmark und Mt. Barker nach Porongurup wo ich am nächsten Tag den gleichnamigen Nationalpark besucht habe. Da ich es schaffte früh aufzustehen begegnete ich auf dem 5,5 Km langen Rundgang keiner Menschenseele und konnte das Ganze vollumfänglich alleine geniessen. Die Besteigung des Hügels lohnt besonders da man auf alle vier Seiten einen grandiosen Ausblick ins Flachland hat. Einfach ein paar Kilos in die Schuhe packen, da es dort oben recht flott winden kann (und tat).

 

Genug zugetextet, hier die Pics